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Kunststoffhalbzeuge auswählen nach Kosten pro Quadratmeter

Kunststoffhalbzeuge auswählen nach Kosten pro Quadratmeter: Beispielpreise für PVC-, PE-, PP- und PA-Platten inkl. MwSt., plus Rechenweg für Dicke und Qualität.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • PVC-Platten sind der günstigste der vier Standardwerkstoffe, PA-Platten der teuerste.
  • Der Quadratmeterpreis steigt mit der Dicke überproportional, weil Extrusion und Kühlung länger dauern.
  • Qualität verschiebt den Preis stärker als zwei Millimeter mehr Dicke.
  • Verschnitt, Zuschnitt und Nachweise machen schnell ein Fünftel der Materialkosten aus.
  • Preise gelten je Abnahmemenge, Einzelzuschnitte kosten deutlich mehr.

Beispielpreise je Quadratmeter für Platten aus PVC, PE, PP und PA

Die folgende Tabelle ist eine Beispielrechnung. Sie gilt für quadratische Zuschnitte von einem Meter Kantenlänge, handelsübliche Plattenqualität in grau oder natur und Abnahmemengen bis zehn Stück. Alle Beträge sind Bruttopreise in Euro pro Quadratmeter einschließlich neunzehn Prozent Mehrwertsteuer und dienen als Orientierung für eigene Kalkulationen.

Werkstoff 3 mm 5 mm 10 mm 20 mm
PVC, grau 28 42 78 150
PE-HD, natur 22 33 62 118
PP, natur 25 38 70 135
PA 6, natur 55 85 155 290

Ein Quadratmeter PVC-Platte in fünf Millimeter Dicke kostet in dieser Beispielrechnung rund 42 Euro brutto, dieselbe Fläche aus PE-HD etwa 33 Euro. PP liegt bei 38 Euro, PA 6 bei 85 Euro. Das teuerste Halbzeug der Liste kostet damit mehr als doppelt so viel wie das günstigste.

Mit wachsender Dicke steigt der Quadratmeterpreis überproportional. Der Sprung von fünf auf zehn Millimeter verdoppelt den Aufwand nahezu, der Weg auf zwanzig Millimeter noch einmal. Ursachen sind die langsamere Extrusion, längere Kühlstrecken und der höhere Materialeinsatz je Fläche.

Was den Preis pro Quadratmeter bei gleicher Fläche bestimmt

Platten werden nach Gewicht eingekauft und nach Fläche verkauft. Der Lieferant rechnet deshalb über Dichte und Dicke. PVC kommt auf etwa 1,4 Gramm je Kubikzentimeter, PE-HD auf 0,96, PP auf 0,91 und PA 6 auf 1,13. Aus diesem Verhältnis entsteht ein Teil der Preislücke, der Rest folgt aus Rohstoffpreis und Verarbeitungsaufwand.

Rechenbeispiel: vom Kilogrammpreis zum Quadratmeterpreis

Eine PE-HD-Platte mit fünf Millimeter Dicke wiegt rund 4,8 Kilogramm pro Quadratmeter. Bei einem Kalkulationsansatz von fünf Euro netto je Kilogramm ergeben sich 24 Euro netto Materialkosten. PVC mit 1,4 Gramm je Kubikzentimeter kommt auf sieben Kilogramm und damit 35 Euro netto. Die Dichte erklärt also nur einen Teil der Preislücke zwischen den Werkstoffen.

So rechnen Sie den Quadratmeterpreis in fünf Schritten

  1. Gewicht je Quadratmeter aus Dichte und Dicke berechnen.
  2. Kilogrammpreis des Lieferanten netto einsetzen, bei Standardware meist vier bis sechs Euro.
  3. Materialkosten netto je Quadratmeter aus beiden Werten multiplizieren.
  4. Zuschnitt, Verpackung, Fracht und Mindermengenzuschlag je Quadratmeter addieren.
  5. Nachweise, Qualitätsaufschläge und Mehrwertsteuer aufschlagen.

Wer diese fünf Größen getrennt führt, erkennt schnell, ob ein Angebot über den Werkstoffpreis oder über die Bearbeitung teuer wird. Ein hoher Zuschnittanteil lässt sich oft durch Standardmaße und größere Abrufmengen senken.

Qualität verschiebt den Preis stärker als zwei Millimeter Dicke

Platten aus Regenerat, also aus aufbereiteten Kunststoffabfällen, sind günstiger als Neuware aus Primärrohstoff. Wie viel Rezyklat tatsächlich in den Markt geht, lässt sich den Veröffentlichungen des Statistischen Bundesamtes zur Abfallwirtschaft entnehmen. Entscheidend für die Kalkulation ist die Sortenreinheit: Fremdanteile und Feuchtigkeit erhöhen den Aufwand bei der Weiterverarbeitung.

Bei Recyclingware entscheidet die Aufbereitung über die Qualität. Filter und Siebe in der Extrusion trennen Störstoffe ab, ehe die Schmelze zur Platte wird; entsprechende Anlagen beschreibt Gneuß Kunststofftechnik zur Schmelzefiltration. Wer Regeneratplatten kalkuliert, sollte Toleranzen und Prüfzeugnisse deshalb genauer prüfen als bei Neuware.

Nach oben offen ist der Preis bei Hochleistungskunststoffen. Sorten wie PEEK, POM, PTFE oder glasfaserverstärktes PA 6 liegen beim Mehrfachen der Standardplatte. Technische Daten zu diesen Halbzeugen stellt Ensinger zu Hochleistungskunststoffen bereit, von Lieferantenanforderungen und Dokumentationspflichten handelt Röchling zu Halbzeugen.

Auch Normen und Zulassungen kosten Geld. Lebensmittelkonformität nach der Verordnung (EU) Nummer 10/2011, Brandschutzklassen, medizintechnische Freigaben oder Gleiteigenschaften erfordern Prüfungen, die der Hersteller über den Quadratmeterpreis weitergibt. Für Kalkulatoren heißt das: gleiche Dicke bedeutet nicht gleicher Preis.

Häufige Fragen

Warum ist die PA-Platte so viel teurer als eine PVC-Platte?

PA 6 wird aus Caprolactam hergestellt, dessen Rohstoffpreis über dem von PVC liegt. Zusätzlich nimmt PA Feuchtigkeit auf und muss vor dem Zuschnitt konditioniert werden, was Lagerung und Bearbeitung verteuert.

Reicht eine dickere Platte aus billigerem Werkstoff nicht aus?

Meist nicht, weil mit der Dicke auch Gewicht und Preis steigen. Bei gleicher Steifigkeit kann ein günstigerer Werkstoff mit größerer Dicke jedoch billiger sein als ein teurer dünner. Das prüft man über das Biegemodul je Euro.

Mit wie viel Verschnitt muss ich rechnen?

Bei Standardzuschnitten sind fünf bis fünfzehn Prozent üblich, bei kreisrunden Teilen oder Sonderformaten mehr. Der Verschnitt wird auf den Quadratmeterpreis aufgeschlagen und sollte im Angebot ausgewiesen sein.

Welche Nachweise treiben den Preis nach oben?

Lebensmittelkonformität, Brandschutz, Gleit- und Verschleißwerte sowie Werkszeugnisse kosten Aufschläge. Wer diese Nachweise nicht braucht, sollte sie auch nicht mitbezahlen.

Lohnt sich der Kauf ganzer Platten?

Ja, wenn Reststücke verwertbar bleiben. Ganze Formate sind je Quadratmeter günstiger als Zuschnitte, weil Verschnitt und Rüstzeit beim Lieferanten entfallen.

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