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Teil von Spritzguss Anfrage: So erstellen Sie ein Lastenheft für Anbieter

Spritzguss Anfrage Checkliste für Angebotsvergleich

Spritzguss Anfrage richtig stellen: Checkliste mit zehn Kriterien für den Angebotsvergleich, von Stückpreis und Werkzeugkosten bis Lieferzeit und BGB.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Zehn Kriterien entscheiden, ob zwei Spritzgussangebote überhaupt vergleichbar sind.
  • Stückpreis und Werkzeugkosten getrennt erfassen und auf dieselbe Abrufmenge rechnen.
  • Toleranzen, Nachbearbeitung und Verpackung schriftlich abgrenzen.
  • Lieferzeit, Zahlungsbedingungen und Werkzeugbesitz vor der Bestellung klären.
  • Rechtlicher Rahmen ist das BGB mit seinen Regeln zu Antrag, Annahme und Sachmangel.

Zehn Kriterien für den Angebotsvergleich

Spritzgussangebote lassen sich nur dann nebeneinander legen, wenn jeder Anbieter dieselben Positionen ausweist. Die folgenden zehn Punkte gehören in jede Anfrage.

Kriterium Was im Angebot stehen muss
Stückpreis Preis je Teil in Euro bei einer festen Abrufmenge, netto ohne MwSt.
Werkzeugkosten Werkzeugpreis, Anzahl der Kavitäten, Wartung und Eigentum am Werkzeug.
Toleranzen Maßtoleranzen nach DIN EN ISO 20457 mit Bezug auf die freigegebene Zeichnung.
Nachbearbeitung Entgraten, Bedrucken, Montage und Oberflächenbehandlung als eigene Position.
Lieferzeit Zeit nach Werkzeugfreigabe, Termin für Erstmuster, Angaben zur Liefertreue.
Zahlungsbedingungen Anzahlung, Zahlungsziel, Skonto und Zahlung nach Erstmusterfreigabe.
Material Kunststoffsorte, Lieferant, Farbton, Rezyklatanteil und nötige Freigabe.
Abrufmengen Mindestbestellmenge, kleinste Losgröße und vereinbarte Lagerhaltung.
Verpackung und Logistik Verpackungsart und Lieferkonditionen einschließlich Frachtkosten.
Werkzeugbesitz Herausgabe von Datensatz und CAD-Daten sowie Auslieferung des Werkzeugs bei Vertragsende.

Angebote vergleichbar machen: fünf Schritte

Damit die Zahlen belastbar bleiben, hilft diese Reihenfolge:

  1. Lastenheft mit Material, Abrufmenge, Toleranzen und Nachbearbeitung erstellen.
  2. Dieselben Unterlagen an mehrere Anbieter senden, damit keine unterschiedlichen Zeichnungsstände zirkulieren.
  3. Alle Angebote auf eine einheitliche Abrufmenge umrechnen.
  4. Nachträge und Werkzeugkosten auf die geplante Lebensmenge umlegen.
  5. Zahlungsbedingungen und Werkzeugbesitz schriftlich bestätigen lassen.

Rechenbeispiel: Werkzeugkosten auf die Abrufmenge umlegen

Angebot A nennt 1,20 EUR je Stück, 8.500 EUR Werkzeugkosten und 0,15 EUR je Stück für Nachbearbeitung. Bei 10.000 Teilen ergeben sich 12.000 EUR plus 1.500 EUR plus 8.500 EUR, also 22.000 EUR oder 2,20 EUR je Teil.

Angebot B liegt bei 0,95 EUR je Stück, verlangt aber 14.000 EUR für das Werkzeug und 0,20 EUR je Stück Nachbearbeitung. Bei 10.000 Teilen sind das 25.500 EUR, umgerechnet 2,55 EUR je Teil.

Bei 50.000 Teilen verschiebt sich das Bild. Angebot A kommt auf 76.000 EUR (1,52 EUR je Teil), Angebot B auf 71.500 EUR (1,43 EUR je Teil). Werkzeugkosten verteilen sich mit steigender Abrufmenge auf immer mehr Teile. Alle Beträge sind Nettowerte ohne MwSt.

Kaufmännische und rechtliche Punkte prüfen

Das Bürgerliche Gesetzbuch regelt Antrag, Annahme und Sachmangel bei Kaufverträgen über Formteile. Ein Angebot bindet den Anbieter, eine spätere Preiserhöhung ist nicht ohne Weiteres möglich.

Für den Beschaffungsprozess bietet die IHK Köln Beratung zu Angebotsvergleich und Beschaffung an. Dort lassen sich Formulierungen für Anfragen und Vergabevermerke prüfen.

Toleranzen und Prüfverfahren stehen in Normen. Hinweise zu Normen und Recht gibt DIN.

Sonderwerkzeuge bleiben oft Eigentum des Werkzeugbauers, auch wenn der Auftraggeber die Kosten trägt. Wer das Werkzeug bezahlt, sollte Eigentumsübergang, Wartung und Herausgabe im Vertrag festhalten.

Häufige Fragen

Welche Angaben gehören in eine Spritzguss Anfrage?

Zeichnung mit Index, Kunststoffsorte, Abrufmenge, Toleranzen, Nachbearbeitung und Verpackung. Fehlt eine Angabe, rechnen Anbieter unterschiedliche Annahmen ein.

Wie viele Angebote sind sinnvoll?

FÜr einen belastbaren Vergleich mindestens drei Anbieter, bei teuren Werkzeugen besser vier.

Warum steht der Werkzeugpreis nicht im Stückpreis?

Weil er einmalig anfällt. Wird er auf die Abrufmenge umgelegt, sinkt sein Anteil je Teil mit steigender Stückzahl.

Was gilt, wenn der Auftraggeber das Werkzeug bezahlt?

Dann sollte er Eigentum und Herausgabe des Werkzeugs schriftlich vereinbaren, sonst bleibt die Zuordnung streitig.

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